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Phänomen Schlaf
Warum schlafen wir?
Ein Drittel des Lebens verbringen wir schlafend. Doch trotz aller schlafmedizinischen Fortschritte kann im Grunde bis heute niemand eindeutig beantworten, warum wir überhaupt schlafen. Auch ist noch immer unklar, was Schlaf eigentlich ist.
Gleichwohl konnten inzwischen verschiedene Hirnareale und biochemische Substanzen identifiziert werden, die an der Einleitung und Aufrechterhaltung des Schlafes beteiligt sind. |
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Aktiv im Schlaf
Früher glaubte man, Schlaf sei ein todesähnlicher Zustand. Dank der Entwicklung des Elektroenzephalogramms (EEG), d.h. der Erfassung und Aufzeichnung der Hirnströme, wissen wir hingegen seit dem vorigen Jahrhundert, dass Schlafen ein ausgesprochen aktiver Prozess ist. Im Schlaf sind verschiedene Hirnareale mindestens ebenso aktiv wie im Wachzustand. Immun- und Hormonsystem sind sogar geschäftiger.
Auch ging man früher davon aus, dass Schlafende ihre Umwelt kaum wahrnehmen. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass der schlafende Körper nicht nur in der Lage ist, Informationen von der Außenwelt über die Sinnesorgane zu empfangen, sondern auch darauf zu reagieren und nach Relevanz zu selektieren: Ein anschauliches Beispiel sind junge Mütter, die zwar nicht durch lauten Straßenlärm, sehr wohl aber durch leises Wimmern ihrer Kinder zu wecken sind. Da Neugeborene früher nicht bei ihren leiblichen Müttern, sondern bei Ammen schliefen, bezeichnet man dieses Phänomen auch als „Ammenschlaf“.
Lerchen, Eulen und Siesta: Schlaf und „innere Uhr“
Jeder Mensch besitzt eine „innere Uhr“, die u.a. den Schlaf-Wachrhythmus steuert. Wie unsere Armbanduhren ticken auch unsere „inneren Uhren“ im 24-Stunden-Takt. Wie aktiv und frisch wir uns zu einer bestimmten Uhrzeit fühlen, ist allerdings individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen, die so genannten „Lerchen“ oder „Morgentypen“, haben keinerlei Probleme, das Bett am Morgen voller Elan zu verlassen und abends zeitig zu Bett zu gehen. Andere, die so genannten „Eulen“ oder „Abendtypen“ müssen sich morgens aus ihrer Schlafstätte quälen, bleiben dafür abends aber lieber ein paar Stunden länger auf den Beinen.
Im Gegensatz zu Hamstern ist der Mensch eindeutig ein Nachtschläfer und darauf „programmiert“, am Tage aktiv zu sein. Wir können unsere Aktivitäts- und Schlafphasen nicht frei wählen. Die so genannte „innere Uhr“ trägt dazu bei, dass der Schlaf am Tage nicht so erholsam wie in der Nacht ist und Arbeiten in der Nacht wesentlich mühsamer als am Tage von Statten geht. Zudem gibt es auch am Tage bestimmte Zeiten zu denen wir uns obwohl wir genügend Nachtschlaf hatten müde fühlen. In den meisten Fällen tritt dieses „Tagestief“ zwischen 12.00 und 16.00 Uhr in Erscheinung. Keineswegs zu Unrecht hält man in manchen Kulturen zu diesem Zeitpunkt gerne eine Siesta. Für Schlafmediziner ist es nicht sonderlich erstaunlich, dass sich während des nachmittäglichen Tagestiefs besonders viele müdigkeitsbedingte Unfälle ereignen. Noch häufiger jedoch kommt es in der Nacht zwischen 23.00 und 6.00 Uhr morgens zu Unfällen zu einem Zeitpunkt also, zudem unsere „innere Uhr“ eigentlich auf Nachtschlaf programmiert ist.
Schlafstadien
Keinesfalls darf man sich Schlaf als einen einheitlichen Zustand vorstellen. Die Wissenschaft unterscheidet beim gesunden Erwachsenen zwischen drei Phasen, die sich im Laufe der Nacht mehrfach wiederholen bzw. abwechseln:
1. Wachzustand
2. Non-REM-Schlaf (Leicht- und Tiefschlaf)
3. REM-Schlaf (Traumschlaf) |
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Wachzustand und Non-REM-Schlaf
Unmittelbar nach dem Zubettgehen befinden wir uns in der ersten Phase, im so genannten „Wachzustand“. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gehirn noch vergleichsweise aktiv. Während der nächsten Minuten geht der Körper in die zweite Phase, den so genannten Non-REM-Schlaf, über: Schrittweise lässt die Aktivität bestimmter Hirnareale nach, die Muskeln entspannen sich, die Körpertemperatur sinkt um 0,5°, der Blutdruck fällt.
Der Non-REM-Schlaf wird in mehrere Stadien unterteilt: Nach Stadium 1 und 2, dem so genannten „Leichtschlaf“, treten Stadium 3 und 4, der so genannte „Tiefschlaf“ ein. Beim gesunden Menschen lässt sich Tiefschlaf lediglich in der ersten Nachthälfte nachweisen. Erwachsene ohne Schlafstörung verbringen rund 50% der Nacht im Leichtschlaf und etwa 20% im Tiefschlaf.
REM-Schlaf
Schnelle Augenbewegungen, die so genannte „Rapid Eye Movement“ (REM, zu Deutsch: schnelle Augenbewegung) gaben der nächsten Phase, dem so genannten REM-Schlaf ihren Namen. In diesem Schlafstadium, auch Traumschlaf genannt, ist zwar die Muskelspannung auf dem Tiefpunkt, doch steigt der Blutdruck, die Atmung wird unregelmäßig wir träumen rege. Warum wir in dieser Phase heftig mit den Augen rollen, ist weitgehend unklar. Die naheliegende Theorie, unsere Augen verfolgten Traumbilder, wird von vielen Wissenschaftlern angezweifelt.
Im Durchschnitt erreichen wir die erste REM-Schlafphase etwa 80-100 Minuten nach dem Einschlafen. Ca. 20% des gesamten Schlafes verbringen wir in diesem Stadium.
Schlafzyklen
Die erste REM-Phase wird in der Regel nach nur wenigen Minuten von einer erneuten Non-REM-Phase abgelöst. Dieser Phasenwechsel wird von der Forschung auch als Zyklus bezeichnt. Bis zu fünf Zyklen, d.h. fünfmalige Wechsel zwischen Non-REM und REM-Phasen, kann man beim gesunden Erwachsenen beobachten. |
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Bestimmung Ihres persönlichen Schlafprofils im Schlaflabor
Dank der Entwicklung der so genannten Polysomnographie kann in einem Schlaflabor untersucht werden, ob und wie häufig Sie die einzelnen Schlafstadien während einer Nacht durchlaufen. |
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