Nicht-operative Therapie (CPAP & Co)

Messung im Schlaflabor
Mit Hilfe von Messapparaturen werden dort die Qualität Ihres Schlafes und die Funktion Ihres Rachens untersucht. Damit Sie sich wohlfühlen, verfügt das Schlaflabor über modern eingerichteten Einzelzimmer mit Bad.

Behandeln oder nicht?
Eine Behandlung wird dann notwendig, wenn bei der Untersuchung im Schlaflabor Atemstillstände festgestellt wurden oder Ihr Schlaf durch das Schnarchen so gestört wird, dass Sie tagsüber davon müde sind. Hier können sich die Behandlungsmethoden unterscheiden.

Wie behandeln?
Die Behandlung muss auf Ihren individuellen Befund sowie Ihre Wünsche gerichtet sein. Grundsätzlich kommen nicht-operative und operative Verfahren infrage.

Haben Sie sehr viele Atemstillstände, erleichtert häufig die Behandlung mit einer Nasenmaske den Schlaf (CPAP). Dabei wird sanft Luft in den Rachen eingebracht, um diesen zu stabilisieren. Atemstillstände können so vermieden werden.
Es kann aber auch der Einsatz modernster Kanülen oder das nächtliche Tragen einer Zahnschiene erfolgreich sein. Unter bestimmten Umständen ist auch eine operative Verringerung des Weichteilgewebes im Rachenraum sinnvoll.


CPAP (BiPAP), die nächtliche Atemspende

Eine in diesem Sinne erfolgreiche Therapie setzt eine richtige Benutzung der Atemhilfe voraus: Jede Nacht, für die gesamte Dauer des Schlafes.

Die Behandlung mit einem so genannten CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Gerät zählt zu den meistverordneten Therapieformen beim Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom. Seit 1981 werden CPAP-Geräte mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Inzwischen sind vielfältige Typen erhältlich, die sich in Komfort, Lautstärke und Design unterscheiden.
Grundsätzlich sind die so genannten BiPAP (Bilevel Positive Airway Pressure)-Geräte in Anwendung, Funktion und Wirkung völlig identisch mit den CPAP-Geräten. BiPAP-Geräte arbeiten jedoch bei der Ausatmung mit niedrigerem Druck als bei der Einatmung (biphasisches Druckniveau) und sind daher für manche Patient/innen besser verträglich. Sie empfehlen sich vor allem auch bei Schlafapnoe-Patient/innen, die unter schweren Erkrankungen, etwa des Herzens oder der Lunge, leiden.

Das Ziel: Mechanische Weitung der oberen Atemwege

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Das CPAP Wirkungsprinzip

Bereits die Gerätebezeichnung gewährt Einblick in die Funktionsweise des CPAP-Gerätes. Frei übersetzt ist „Continuous Positive Airway Pressure“ gleichbedeutend mit „kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck“. Die Patient/innen tragen nachts eine bequeme Nasenmaske, die über einen Luftschlauch mit einem Gebläse verbunden ist. Dieses Gebläse leitet kontinuierlich, aber sanft, Raumluft in die oberen Atemwege.

Mittels dieses – prinzipiell simplen – Prozesses werden die oberen Atemwege geweitet, eine so genannte „Luftschienung“ erfolgt. Verengungen und Verschlüsse werden verhindert, Schnarchen und den gefürchteten Atemstillständen (Apnoen) vorgebeugt.

Das A & O: Individuelle Anpassung

Damit das CPAP-Gerät richtig wirken kann und das Risiko von Nebenwirkungen möglichst gering gehalten wird, werden im Schlaflabor Maske und Gerät genau auf die individuellen Bedürfnisse der Schlafapnoe-Patient/innen abgestimmt. Entscheidend ist dabei nicht nur eine möglichst hohe Passgenauigkeit der Maske, sondern vor allem die Ermittlung der exakten Druckhöhe, die erforderlich ist, um einem Verschluss der oberen Atemwege entgegenzuwirken. 

Da dieser Wert bei allen Patient/innen differiert, werden zur Bestimmung des erförderlichen Druckniveaus Schlaf und Atmung der Patient/innen unter Verwendung eines CPAP-Gerätes aufgezeichnet. Je nach Schlafphase und Körperlage kann das erforderliche Drucklevel während einer einzigen Nacht erheblich variieren. Bei der Messung müssen daher nicht nur alle Schlafstadien, sondern auch möglichst viele unterschiedliche Schlafpositionen berücksichtigt werden. Im Anschluss wird der höchste, während der Nacht erforderliche Druckwert fest am CPAP-Gerät eingestellt. Patient/innen mit sehr hohen Druckwerten kommen möglicherweise besser mit einem BiPAP-Gerät zurecht. Hier kann für die Ausatmung ein niedrigerer Wert eingestellt werden, um den Widerstand bei der Ausatmung zu senken.

Wirksamkeit

Bis heute zählen CPAP/BiPAP-Geräte zu den wirksamsten Methoden gegen das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Zahlreiche Studien belegen, dass Schlafapnoe-Patient/innen, die ihre Maske regelmäßig tragen, dieselbe Lebenserwartung haben wie Personen ohne Schlafapnoe. Zwar begegnen einige Patient/innen dieser Therapieform zunächst mit Skepsis, doch gewöhnt sich das Gros relativ schnell an das Gerät – und zwar nicht zuletzt, weil sie rasch und deutlich eine spürbare Steigerung ihrer Lebensqualität beobachten. Nicht selten können Schlafapnoiker/innen erstmals seit langem wieder aktiv am Tagesgeschehen teilnehmen. Hohe Blutdruckwerte sinken häufig – ohne Einnahme eines Medikamentes – auf Normbereiche.

Nebenwirkungen

Trotz hochgradiger Wirksamkeit muss betont werden, dass CPAP/BiPAP-Geräte – einer Brille vergleichbar – zwar die Lebensqualität maßgeblich verbessern, jedoch definitiv keine heilende Wirkung haben. Wer also die Folgeschäden eines Obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms ernsthaft umgehen und somit seine Lebenserwartung nachhaltig erhöhen möchte, muss das Gerät unbedingt regelmäßig, d.h. jede Nacht, anwenden.

Zwar klagen etwa 50% aller Patient/innen in der ersten Zeit über Fließschnupfen oder Juckreiz in der Nase, doch verschwinden diese Symptome zumeist nach einigen Wochen. Auch sind hin und wieder Druckstellen im Gesicht oder trockene Schleimhäute zu beobachten. Vielfach können die Druckstellen durch eine noch genauere Maskenanpassung minimiert und die trockenen Schleimhäute durch einen Flüssigkeitsvernebler kuriert werden. Die gefürchtete Lautstärke des Gebläses wurde bei vielen Geräten der jüngeren Generation auf ein Minimum reduziert. Gerne informieren wir Sie ausführlich über weitere Tipps zur schnelleren Gewöhnung an Ihr CPAP- bzw. BiPAP-Gerät.


Protrusionsschienen

Wann kommt diese Behandlungsmethode infrage? 

protrusionsschienenGenerell sollte sie nach der geltenden internationalen Empfehlung bei einem Schlafapnoesyndrom nur dann verwendet werden, wenn die Behandlung mittels nasaler nächtlicher Überdruckbeatmung nicht durchgeführt werden kann. Bei der Verwendung zur Behandlung von Schnarchen (Primäres Schnarchen) kann sie ohne Einschränkung angewendet werden.

Wirkprinzip

Protrusionsschienen werden Nachts getragen. Sie befestigen den Unterkiefer am Oberkiefer und sorgen so dafür, dass im hinteren Bereich des Rachens mehr Platz geschaffen wird. Damit wird ebenfalls ein Vorschub des Unterkiefers erreicht. Da der Zungenmuskel am Unterkiefer befestigt ist, rückt dieser weiter von der hinteren Rachenwand weg. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines gesunden Zahnapparates.

Erfolgschancen

Die Erfolgschancen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Generell kann nicht verausgesagt werden, ob diese Therapie erfolgversprechend sein wird. Die Schiene muss also vom Zahnarzt angefertigt und der Effekt nach einer Einübungsphase von 1 Woche im Schlaflabor überprüft werden. Der erfahrene Schlafmediziner kennt allerdings in der Regel wesentliche Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges zu verbessern.
Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges kann weiter verbessert werden, wenn im Schlaflabor eine sogenannte Pcrit Messung durchgeführt wird. Die Schlaflabore der Somnolab Gruppe sind dazu in der Lage, eine solche Messung vorzunehmen.

Mögliche Nebenwirkungen

Diese Behandlungsmethode ist nicht frei von Nebenwirkungen. Sie schliessen die Möglichkeit von Schmerzen in den Kiefergelenken mit der Entwicklung einer Arthrose in diesen Gelenken ein und sind nicht nur auf diese Nebenwirkung begrenzt. Vorraussetzung zur Minimierung des Nebenwirkungsrisikos ist die Anpassung durch einen erfahrenen Zahnarzt, der schlafmedizinische Kenntnisse hat.

Hier besteht vor Ort eine enge Kooperation mit der Zahnklinik am Phoenixsee.
Sollte aus schlafmedizinischer Sicht die Protrusionsschiene als Wahl-Therapie indiziert sein, erhalten Sie in der Zahnklinik am Phoenixsee eine kompetente Beratung und ggfs. eine professionell angepasste Therapieschiene.

Kosten 

In der Regel liegen die Kosten für eine vom Zahnarzt angefertigte Protrusionsschiene über 1000 €. Von Schienen, die nicht individuell angepasst wurden, wie sie im Internet erhältlich sind, ist dringend abzuraten. Sie haben in der Regel keinen therapeutischen Effekt.


Diese Seite wurde aktualisiert am 15. Juli 2016 um 11:53 Uhr.