Verkehrstauglichkeit

Unterschätztes Unfallrisiko

Ein Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom kann unbehandelt die Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Neben einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet die erhöhte Unfallgefahr die Betrofffenen:

  • Das Reaktionsvermögen ist verlangsamt.
  • Die Wahrscheinlichkeit des „Sekundenschlafs“, bei dem die Betroffenen gegen ihren Willen kurz einnicken, ist erhöht.

Schlafapnoe-Patienten sind bis zu sechsmal häufiger in Unfälle verwickelt.
Auch Schnarchen ohne Atempausen potenziert das Unfallrisiko – um das 3,5-fache.


Schlafapnoe & Fahrtüchtigkeit: Rechtliche Vorgaben

Die zunehmende Diskussion über die Fahrtüchtigkeit bei Schlafapnoe brachte einige Gesetzesänderungen mit sich.  Danach sind die Anforderungen zum Führen eines KFZ bei Schlafstörungen nicht gegeben, wenn eine messbar auffällige Tagesmüdigkeit vorliegt.

Ein unbehandelter Schlafapnoe-Patient mit Tagesmüdigkeit darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Wird die Schlafstörung dagegen wirksam behandelt, kann eine Beseitigung oder Minderung der Tagesmüdigkeit erreicht werden. Im Klartext kann die Fahrerlaubnis aufrechterhalten bzw. erteilt werden, wenn sich die Betroffenen regelmäßig schlafmedizinisch untersuchen lassen.

Versicherungsschutz bei Schlafapnoe

Verursacht ein Schlafapnoiker infolge seiner Tagesmüdigkeit einen Unfall, endet dies nicht selten mit einem Versicherungsstreit: Die Versicherungsleistung kann bei grob fahr-lässiger Verursachung des Schadens gemindert werden.

Was bedeutet grob fahrlässig?

Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wird. Im Einzelfall kann die Versicherungsleistung komplett gestrichen werden.

Wie wertet das Gesetz Einschlafen am Steuer?

Einschlafen am Steuer gehört zu den schwersten Verkehrsverstößen. Es wird dem Fahren unter Alkoholeinfluss gleichgestellt.

Ein Viertel aller Verkehrsunfälle und ein Drittel aller tödlichen Autobahnunfälle gehen auf das Konto des „Sekundenschlafs“. Dieser resultiert am häufigsten aus einer unzureichend therapierten Schlafapnoe.

Die Kombination von Alkohol mit Schlafapnoe/Müdigkeit schafft ein besonderes Gefahrenpotential.


Schlafapnoe kontrollieren lassen

Um den Verlust Ihrer Fahrerlaubnis bzw. Versicherungsleistung vorzubeugen, empfehlen wir Ihnen regelmäßige Kontroll-untersuchungen.

Vielfahrer | Berufsgruppen mit erhöhtem Unfallrisiko

Schlafapnoiker die jährlich über 25.000 km mit dem PKW zurücklegen, empfehlen wir eine jährliche Kontrolle im Schlaflabor mit begleitender Tagestestung.

Dasselbe gilt für die Berufsgruppen mit erhöhtem Unfallrisiko wie beispielsweise

  • LKW-Fahrer
  • Zugführer, Schiffskapitäne, Piloten
  • Kran- oder Baggerführer
  • Arbeiter an Holz-, Metall- oder Kunststoff-Bearbeitungsmaschinen
  • Stahlarbeiter
  • Lotsen
  • Bedienstete in Überwachungsbereichen z. B. Kraftwerk, Stellwerk, Tower, Radar
  • Berufstätige mit Absturzgefahr z. B. Bauingenieure, Architekten, Dachdecker

Tagesmessung – ergänzende Untersuchung

Waren Sie vor Therapiestart tagesmüde, unkonzentriert oder eingeschränkt leistungsfähig, empfehlen wir nach der Schlaflabormessung eine Tagestestung.
Zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit eignen sich spezielle Schlaf- und Reaktionszeittests.
Beide Verfahren führen wir bei Somnolab durch.

Für Transportunternehmen mit Berufskraftfahrern bieten wir ein umfassendes Programm an, das über die Risiken von Schläfrigkeit am Steuer informiert und Tipps und Hilfestellung gibt, wie diese zu vermeiden ist. Bitte wenden Sie sich an das Sekretariat in Dortmund wenden.


Diese Seite wurde aktualisiert am 13. September 2013 um 13:35 Uhr.