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Schlaf – was ist das?

Warum schlafen wir?

Ein Drittel des Lebens verbringen wir schlafend. Doch trotz aller schlafmedizinischen Fortschritte kann im Grunde bis heute niemand eindeutig beantworten, warum wir überhaupt schlafen. Auch ist noch immer unklar, was Schlaf eigentlich ist.

Gleichwohl konnten inzwischen verschiedene Hirnareale und biochemische Substanzen identifiziert werden, die an der Einleitung und Aufrechterhaltung des Schlafes beteiligt sind. Auch läuft im Schlaf ein Regenerationsprogramm des biologischen Organismus ab. Schadhafte Zellen werden ausgesondert und das Immunsystem regeneriert sich.

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Infofolder: Schlaf – was ist das?
Regeneration für Körper und Geist
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Schlaf ist Leben

Rauben Sie Nagetieren für einen Monat den Schlaf, so sterben sie. Rauben Sie mir den Schlaf für eine Nacht, so sterbe ich nicht, aber am darauf folgenden Tag werde ich kaum aktiv, voll bewusst und leistungsfähig sein.

Geben wir unserem Körper nicht sein Schlafbedürfnis so kann auch der Verlust einer halben Stunde Schlafes im Laufe der Zeit zu einem beträchtlichen Schlafdefizit anwachsen.

Diese Schlafschuld führt dann zu einer erhöhten Müdigkeit am Tage. Die Erfindung des elektrischen Lichtes hat dazu beigetragen, dass viele Menschen ein beträchtliches Schlafdefizit mit sich herumtragen.

Unfälle sind eine häufige Folge eines solchen Schlafdefizits, verursacht durch Müdigkeit, eine verminderte Reaktionsfähigkeit oder plötzliches Einschlafen.

Aktiv im Schlaf

Früher glaubte man, Schlaf sei ein todesähnlicher Zustand. Dank der Entwicklung des Elektroenzephalogramms (EEG), d.h. der Erfassung und Aufzeichnung der Hirnströme, wissen wir hingegen seit dem vorigen Jahrhundert, dass Schlafen ein ausgesprochen aktiver Prozess ist. Im Schlaf sind verschiedene Hirnareale mindestens ebenso aktiv wie im Wachzustand. Immun- und Hormonsystem sind sogar geschäftiger.
Auch ging man früher davon aus, dass Schlafende ihre Umwelt kaum wahrnehmen. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass der schlafende Körper nicht nur in der Lage ist, Informationen von der Außenwelt über die Sinnesorgane zu empfangen, sondern auch darauf zu reagieren und nach Relevanz zu selektieren: Ein anschauliches Beispiel sind junge Mütter, die zwar nicht durch lauten Straßenlärm, sehr wohl aber durch leises Wimmern ihrer Kinder zu wecken sind. Da Neugeborene früher nicht bei ihren leiblichen Müttern, sondern bei Ammen schliefen, bezeichnet man dieses Phänomen auch als „Ammenschlaf“.

Das andere Bewusstsein im Schlaf

Wenn wir schlafen, tauchen wir in die Welt eines anderen Bewusstseins ein. Zeuge dafür sind unsere Träume.

Ca. 25 % unseres Schlafes besteht aus Traumschlaf. In dieser Phase verhält sich unser Herz- Kreislaufsystem und unser Großhirn so, als wären wir wach.

Glücklicherweise ist der Traumschlaf mit einer kompletten Ausschaltung unserer Bewegungsmuskulatur verbunden – sonst würden unsere träumerischen Flugversuche oder die Handgreiflichkeiten mit unseren Vorgesetzten ein schmerzhaftes Ende finden.


Schlafstadien

Keinesfalls darf man sich Schlaf als einen einheitlichen Zustand vorstellen. Die Wissenschaft unterscheidet beim gesunden Erwachsenen zwischen drei Phasen, die sich im Laufe der Nacht mehrfach wiederholen bzw. abwechseln:

Wachzustand

Unmittelbar nach dem Zubettgehen befinden wir uns in der ersten Phase, im so genannten „Wachzustand“. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gehirn noch vergleichsweise aktiv. Während der nächsten Minuten geht der Körper in die zweite Phase, den so genannten Non-REM-Schlaf, über:

Non-REM-Schlaf (Leicht- und Tiefschlaf)

Schrittweise lässt die Aktivität bestimmter Hirnareale nach, die Muskeln entspannen sich, die Körpertemperatur sinkt um 0,5°, der Blutdruck fällt.
Der Non-REM-Schlaf wird in mehrere Stadien unterteilt: Nach Stadium 1 und 2, dem so genannten „Leichtschlaf“, treten Stadium 3 und 4, der so genannte „Tiefschlaf“ ein. Beim gesunden Menschen lässt sich Tiefschlaf lediglich in der ersten Nachthälfte nachweisen. Erwachsene ohne Schlafstörung verbringen rund 50% der Nacht im Leichtschlaf und etwa 20% im Tiefschlaf.

REM-Schlaf (Traumschlaf)

Die erste REM-Phase wird in der Regel nach nur wenigen Minuten von einer erneuten Non-REM-Phase abgelöst. Dieser Phasenwechsel wird von der Forschung auch als Zyklus bezeichnt. Bis zu fünf Zyklen, d.h. fünfmalige Wechsel zwischen Non-REM und REM-Phasen, kann man beim gesunden Erwachsenen beobachten.


Der Schlaf des Menschen unterliegt einem streng gegliederten Aufbau. Sieben bis 8 Stunden (Frauen etwas mehr, Männer etwas weniger), die immer nach dem gleichen Schema ablaufen:

schlafphasen

Am Anfang der Nacht viel Tiefschlaf, gefolgt von einer kurzen Periode Traumschlaf. Zum Ende der Nacht fast nur noch Traumschlaf und kein Tiefschlaf mehr. Jede Schlafperiode dauert ca. 90 Minuten.


Bestimmung Ihres persönlichen Schlafprofils im Schlaflabor


Dank der Entwicklung der so genannten Polysomnographie kann in einem Schlaflabor untersucht werden, ob und wie häufig Sie die einzelnen Schlafstadien während einer Nacht durchlaufen. 


Diese Seite wurde aktualisiert am 19. Januar 2017 um 14:57 Uhr.