Narkolepsie

Das Krankheitsbild der verhältnismäßig seltenen Narkolepsie (ca. 25-50/100.000 bei hoher Dunkelziffer) zeichnet sich vor allem durch eine stark erhöhte Tagesschläfrigkeit mit plötzlichen Schlafattacken in allen Lebenslagen aus. Am hellichten Tage während einer Konferenz, mitten auf der Straße hinter dem Steuer oder bei einem romantischen Abendessen nicken die Betroffenen plötzlich ein. Narkoleptiker und Narkoleptikerinnen haben in unserer Gesellschaft gegen erhebliche Vorurteile anzukämpfen. Die Erkrankung wird oft erst in einem sehr späten Stadium diagnostiziert und weil sie nur wenigen bekannt ist, weiß kaum jemand, dass es sich bei den Betroffenen nicht etwa um sterbenslangweilige Zeitgenossen oder chronisch überforderte Mitarbeiter handelt, sondern schlicht um ernsthaft erkrankte Menschen – um Menschen, die bei Nichtbehandlung ständig Gefahr laufen, in lebensbedrohliche Unfälle verwickelt zu werden.

Der Begriff der Narkolepsie wurde aus dem Griechischen (nárke: Erstarrung, lepsis: Anfall) abgeleitet und bedeutet sinngemäß „anfallsartige Erstarrung“. Tatsächlich schlafen Narkoleptiker und Narkoleptikerinnen nicht bloß anfallsartig ein, sondern leiden zudem häufig unter

  • vorübergehenden vollständigen oder partiellen Muskellähmungen (Kataplexie) am Tage
  • einer kompletten Lähmung des Körpers zu Schlafbeginn bzw. während des Aufwachens (Schlafparalyse)
  • akustischen und visuellen Halluzinationen, die in der Regel kurz vor dem Einschlafen oder im Halbschlaf auftreten (hypnagoge Halluzinationen).

Erste Symptome zeigen sich zumeist im jungen Erwachsenenalter, können aber auch bereits in der Kindheit nachgewiesen werden.

Ursachen

Dem Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom oder der Insomnie vergleichbar, kann bei Narkolepsie ein gestörter Nachtschlaf bestehen, der die Tagesschläfrigkeit zusätzlich verstärkt. Dennoch ist ein narkoleptischer Schlafanfall in seiner Ursache grundsätzlich vom so genannten Sekundenschlaf z.B. eines Schlafapnoikers zu unterscheiden. Bis heute ist die genaue Ursache der Narkolepsie unbekannt. Es verdichten sich jedoch Hinweise auf eine Kombination genetischer und umweltbedingter Faktoren. Wahrscheinlich entsteht Narkolepsie durch den allmählichen Verlust eines Botenstoffes (Hypocretin/Orexin) im Gehirn, der für die geregelte Koordination des Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist. Emotional bewegende Momente, Stress oder ein unregelmäßiger Tagesrhythmus (Nachtschicht) können neben zahlreichen weiteren Faktoren das Auftreten narkoleptischer Symptome fördern.

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Diese Seite wurde aktualisiert am 10. Oktober 2013 um 09:44 Uhr.