Parasomnien

Vom Schlafwandeln und Zähneknirschen

Hinter dem befremdlich klingenden Schlagwort der „Parasomnie“ verbirgt sich eine ganze Reihe wohlbekannter schlafbezogener Störungen: z.B. Schlafwandeln (Somnambulismus), Zähneknirschen (Bruxismus), nächtliche Panik (Pavor nocturnus) oder Sprechen während des Schlafes (Somniloquie). Die Bezeichnung „Parasomnie“ wurde dem Griechischen entliehen und bedeutet frei übersetzt „neben dem Schlaf“. Konkret sind unter Parasomnien auffällige Verhaltensweisen zu verstehen, die stattfinden, während wir schlafen.

Parasomnien sind vergleichsweise verbreitet und treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf. Zudem ist eine familiäre Prädisposition zu beobachten. Rund 15% der Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren wurden mindestens einmal dabei beobachtet, schlafend durch die Wohnung zu wandeln. Fast 50% der Kinder knirschen nachts mit den Zähnen. Im Erwachsenenalter sind erstrangig Frauen (8%) vom Zähneknirschen betroffen. 16% der Kinder sprechen im Schlaf. Von den Erwachsenen halten immerhin 8% ungewollte nächtliche Monologe. Stress, Erkrankungen und diverse Medikamente können die Symptome verstärken.

Ursache

Die Mehrheit der Parasomnien – etwa das Schlafwandeln – basiert auf einer Aufwachstörung. Während des Übergangs vom Schlafen zum Erwachen oder während des Wechsels zweier Schlafstadien erwachen die Betroffenen nur partiell und üben unbewusst Handlungen aus, an die sie sich nach dem vollständigen Erwachen nicht mehr erinnern können.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Bei Kindern sind Parasomnien in den meisten Fällen relativ harmlos. Sie sollten jedoch in jedem Falle einen Arzt konsultieren, falls

  • Ihr Kind plötzlich unter ungewöhnlicher Tagesmüdigkeit leidet
  • Verletzungsgefahr für das Kind besteht
  • andere Familienmitglieder durch die Parasomnie erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden
  • die Störungen – insbesondere Schlafwandeln oder nächtliche Panik – im Erwachsenenalter auftreten. Bei Erwachsenen können sich nämlich hinter parasomnischen Beschwerden weitere Erkrankungen verbergen.

Diese Seite wurde aktualisiert am 13. September 2013 um 15:33 Uhr.