Einführung

Wie harmlos ist Schnarchen?

Lautes Schnarchen kann zu erheblichen Beziehungsproblemen führen. Wir informieren Sie gerne über sinnvolle Therapieansätze.

Wie entstehen Schnarchgeräusche?

illustration_schnarchenLautes Schnarchen ist das Produkt vibrierender Weichteile im Schlund (Pharynx). Sind die oberen Luftwege im Schlaf verengt, vibrieren vor allem der weiche Gaumen, das Zäpfchen und der Zungengrund im Luftstrom. Die Ursache jener Verengung kann mannigfaltiger Natur sein.  

Störfaktor Schnarchen

Wenn wir schnarchen, stören wir nicht nur den Schlaf der Partnerin bzw. des Partners, sondern gelegentlich auch unseren eigenen Schlaf. Im Schlaf sollten wir eigentlich Ruhe und Erholung finden. Schnarchen jedoch geht mit einem verminderten Luftstrom in die Lunge einher. Diese Luftstromverminderung wird vom Gehirn erkannt. Es sendet Impulse an die Atemmuskeln, sich stärker zusammenzuziehen, um der Luftstromverminderung entgegenzuwirken. Oft aber reichen diese Gegenmaßnahmen des Gehirns nicht aus, als letzte Maßnahme leitet es ein kurzes Erwachen ein. Diese Wachphasen sind zwar so kurz (ca. 3 bis 15 Sekunden), dass wir uns am nächsten Morgen nicht daran erinnern können. Wiederholt sich dieses kurzzeitige Erwachen allerdings mehrmals in der Nacht, wird der Schlaf eindeutig gestört. Unter Umständen fühlen wir uns am darauffolgenden Tage abgespannt und müde, oftmals schon direkt nach dem Erwachen.

Wie gefährlich ist Schnarchen?

Davon abgesehen, dass Schnarchen zu gravierenden Beziehungsproblemen führen kann, ist Schnarchen in den meisten Fällen harmlos. Zugleich kann Schnarchen jedoch auch ein wichtiger Hinweis auf eine ernst zu nehmende Erkrankung sein – und zwar auf das so genannte „Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom“ (OSAS, Atmungsaussetzer im Schlaf).

Etwa 10 % der vom Schnarchen Betroffenen leiden zudem unter oftmals unentdeckten, nächtlichen Atemaussetzern.

Unentdeckte Schlafapnoe

illustration_unentdeckte_schlafapnoeObwohl wahrscheinlich weit mehr als 4 Millionen Bundesbürger und -bürgerinnen unter dem Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom leiden, wird diese Erkrankung vielfach entweder gar nicht oder erst zu einem sehr späten Zeitpunkt diagnostiziert. Hierfür verantwortlich ist zunächst, dass das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom in unserer Gesellschaft noch immer relativ unbekannt ist.    

Auch erleben die Betroffenen ihre Atemaussetzer während des Schlafes nicht bewusst und deuten daher die ausgesprochen unspezifischen Symptome der Schlafapnoe, etwa Abgeschlagenheit am Tage, trockener Hals, Kopfschmerzen oder Nachtschweiß, schlicht falsch. Glücklich schätzen können sich die Patienten und Patientinnen, deren Partner oder Partnerin die Atemaussetzer erkennen: Nach lautem Ein- und Ausatmen setzt die Atmung plötzlich völlig aus. Erst nach sekundenlanger Pause atmet der Partner oder die Partnerin wieder laut und hastig ein.

Vor allem Männer sind von Schlafapnoe betroffen – rund dreimal häufiger als Frauen. Allerdings steigt das Risiko für Frauen nach der Menopause deutlich an.


 

Typische Warnzeichen

  • Lautes Schnarchen
  • Atemstillstände im Schlaf
  • Unruhiger Schlaf
  • Ein– und Durchschlafprobleme
  • Bluthochdruck
  • Müdigkeit am Tage

Wenn Sie einige der Warnzeichen festgestellt haben, sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt darauf ansprechen. Er kann bereits Tests durchführen oder Sie an Kollegen überweisen, die solche Tests durchführen. Zur genauen Abklärung sind Untersuchungen im Schlaflabor notwendig.

Schlafapnoe: Kollaps der Atemwege

Wörtlich übersetzt bedeutet Schlafapnoe „keine Luft im Schlaf“. Tatsächlich kommt es bei Patient/innen mit Schlafapnoe während der Nacht zu einer kompletten Blockade der oberen Luftwege, die vereinzelt bis zu mehrere hunderte Male pro Nacht auftreten kann. In Extremfällen dauert der nächtliche Atemstillstand bis zu zwei Minuten. Er kann aber auch nur wenige Sekunden bestehen. Wie beim so genannten habituellen, d.h. harmlosen Schnarchen sind am Atemwegskollaps vor allem der weiche Gaumen, das Zäpfchen und die Zunge beteiligt. Im Unterschied zum (harmlosen) Schnarchen gelangt bei der Schlafapnoe jedoch überhaupt keine Luft mehr in die Lunge.

Folgenreiche Schlafapnoe

Die Luftflussbehinderung kann erhebliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben: Es kommt zu Blutdruckanstiegen, Sauerstoffmangel in Gehirn und Herzmuskel. Studien belegen, dass bei Schlafapnoe-Patient/innen das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle um ein Vielfaches erhöht ist.

Außerdem fühlen sich viele Betroffene – nicht anders als beim harmlosen Schnarcher – tagsüber oft unausgeschlafen und abgespannt. Ursache ist der eingangs beschriebene Mechanismus, der sich in ähnlicher Weise gelegentlich auch beim harmlosen Schnarchen finden lässt: Das Gehirn registriert den durch die nächtlichen Atemstillstände ausgelösten Sauerstoffmangel. Es löst eine Weckreaktion aus und stellt so die Luftdurchgängigkeit für einen kurzen Zeitraum (5 bis 15 Sekunden) wieder her. Wiederholen sich diese Weckreaktionen mehrfach in der Nacht, ist ein von Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit geprägter Folgetag vorprogrammiert.

Der daraus oft resultierende so genannte »Sekundenschlaf« am Tage schränkt die Fahrtauglichkeit beträchtlich ein. Verkehrsunfälle können die Folge sein.

Mit voranschreitendem Alter, Begleiterkrankungen oder Gewichtszunahme erhöht sich die Gefahr nächtlicher Atemstillstände.

Weitere Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten


Diese Seite wurde aktualisiert am 10. Oktober 2013 um 09:56 Uhr.