Mehr Messwerte, mehr Präzision

Im Rahmen unserer Diagnostik erfassen wir deutlich mehr Messwerte als allgemein üblich. So können wir zum Beispiel auch selten auftretende Abweichungen erkennen und Ergebnisse im komplexen Zusammenhang deuten. Das bietet mehr Sicherheit für die Diagnosestellung und bedeutet für Sie schnellere, gezieltere Hilfe.

Überblick Diagnoseverfahren

Das Herzstück beinahe jeder schlafmedizinischen Untersuchungsnacht im Schlaflabor bildet die so genannte Polysomnographie. Hierbei werden unterschiedliche Apparaturen am Körper angebracht, um während des Schlafes genauen Aufschluss über bestimmte Organfunktionen Ihres Körpers zu gewinnen. Mit Hilfe von Sensoren wird die Funktion von Gehirn, Atmung, Herz-Kreislauf-System sowie des motorischen Systems kontinuierlich aufgezeichnet.

Zum motorischen System etwa gehören verschiedene Muskelgruppen Ihres Körpers, die bei bestimmten Schlafstörungen eine wichtige Rolle spielen. Wenn diese Muskelgruppen zu schlaff sind oder aber Bewegungen veranlassen, die im Schlaf nicht auftreten sollten (wie z. B. unruhige Beine), wird Ihr natürlicher Schlaf gestört.

Konkret bedeutet eine Polysomnographie die pausenlose Ableitung der Hirnaktivität (mittels EEG), der Herztätigkeit (Langzeit-EKG), der Muskelspannung (Elektromyogramm) an Kinn und Bein, der Augenbewegungen (Elektrookulogramm) sowie der Sauerstoffsättigung im Blut (Pulsoxymetrie) während Sie schlafen. Gleichzeitig werden der Atemfluss an Nase und Mund sowie die Atembewegungen an Brustkorb und Bauch gemessen, mitunter auch eine Langzeit-Blutdruckmessung durchgeführt.

Die Polysomnographie wird bei Schlafstörungen aller Art eingesetzt, einschließlich des Obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms, der Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien) sowie bei ungeklärter Tagesmüdigkeit.

Dieser Test ist ein Verfahren zur Feststellung krankhafter Schlaf-Wach-Rhythmen, wenn z. B. eine deutliche Tagesmüdigkeit vorliegt. Im Laufe eines Tages unterzieht sich der/die Patient/in vier bis fünf Einheiten, die jeweils 20 Minuten dauern: Die Testperson soll in einem abgedunkelten Raum einschlafen, wobei mit Hilfe von EEG, EKG, Muskelspannung und Pupillographie die erforderlichen Daten erhoben werden. Der Test erfolgt i.d.R. im Anschluss an eine Untersuchung im Schlaflabor. Zur Vorbereitung können die Betroffenen für eine Woche ein Schlaftagebuch führen und zur Untersuchung mitbringen.

Der MSLT stellt zudem ein wichtiges Instrument zur Diagnosestellung von Narkolepsie dar. Die Untersuchungen können u.a. mit einem Reaktionstest kombiniert werden, bei dem die Fahrtauglichkeit (insbesondere bei Berufsfahrern) überprüft wird. Darüber hinaus wird eine überhöhte Tagesmüdigkeit in aktuellen Studien als Frühwarnzeichen einer Alzheimer-Erkrankung diskutiert, sodass mit diesem Test ein entscheidender Beitrag zur frühzeitigen Diagnosestellung geleistet werden kann.

Bei dieser Methode werden die Bewegungsaktivitäten eines/r Betroffenen über mehrere Tage gemessen. Diese Erhebung dient zur Überprüfung des Schlaf-Wach-Verhaltens und erfolgt durch ein kleines Gerät am Handgelenk, ähnlich einer Armbanduhr. Auf diese Weise können Verschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus erkannt werden, wie sie z. B. bei Mitarbeiter/innen im Schichtbetrieb oder bei Flugpersonal vorkommen. Die Aktigraphie kommt häufig bei Betroffenen mit Ein- und/oder Durchschlafstörungen zum Einsatz.

Dieses Verfahren dient zur Überprüfung des Pupillenverhaltens bzw. der Pupillenweite mittels einer Infrarot-Videokamera. Auf diese Weise kann eine vorhandene Tagesmüdigkeit bzw. -schläfrigkeit aufgedeckt werden, die Untersuchung dauert dabei nur elf Minuten.

Der Pupillographische Schläfrigkeitstest (PST) erfüllt die aktualisierten Anforderungen der Begutachtungsleitlinie zur Kraftfahreignung (2016).

Das Zurückfließen von Magensäure oder -inhalt in die Speiseröhre – auch bekannt als Reflux bzw. Refluxerkrankung – verursacht Sodbrennen oder sogar Schmerzen in Brustkorb, Hals und Oberbauch. Diese Beschwerden können in der Nacht zu Störungen des Schlafes führen. So wird bei dieser Untersuchung der Druck in der Speiseröhre (Ösophagus) indirekt mit einer Messung der Zwerchfellaktivität bestimmt. Diese Untersuchung erfolgt in erster Linie bei Verdacht auf das Upper Airway Resistance Syndrom (Schnarchen und ungeklärte Tagesmüdigkeit nach Stoohs und Guilleminault, 1992).

Die oberen Atemwege bestehen im Wesentlichen aus einem Muskelschlauch, der „automatisch“ durch positiven, inneren Druck offen gehalten wird. Damit Atemluft ungehindert ein- und ausfließen kann, muss also einerseits die Anatomie der Atemwege stimmen und zum anderen das Gehirn die richtigen Signale für die erforderliche Muskelspannung senden. Mit Hilfe einer Nasen-Mund-Maske (z. B. CPAP-Maske) lässt sich der erforderliche äußere Druck bestimmen, unter dem dieser Muskelschlauch zusammenfällt (Kollaps) und damit den Luftdurchfluss verhindert. Abweichungen vom Normwert geben dabei Hinweise auf Veränderungen der Anatomie – z. B. durch Fettablagerungen bei Übergewicht – oder auch Aufschluss über den Erfolg einer operativen Therapie. Darüber hinaus wird diese Methode für die individuelle Einstellung von Beatmungsgeräten genutzt.

Während des Schlafes wird mit Hilfe einer Fingermanschette kontinuierlich der Blutdruck gemessen. Diese Methode empfiehlt sich insbesondere, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und einer nächtlichen Atmungsstörung abzuklären.

Als Sensoren oder Messfühler z. B. bei der Polysomnographie werden so genannte Goldtassenelektroden verwendet. Diese leiten die elektrischen Ströme über Kabel an einen Verstärker weiter. Von dort werden die Messdaten im Schlaflabor auf einem Computer gespeichert und anschließend ausgewertet.

Patientinnen und Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom leiden unter nächtlichen Atemstillständen, die schwerwiegende Folgen haben können. Schnarchen bzw. lautes Schnarchen kann ein wichtiger Hinweis auf diese folgenschwere Erkrankung sein.

Wer schnarcht und sich (noch) nicht im Schlaflabor untersuchen lassen möchte, dem empfehlen wir ein ambulantes Schlafapnoe-Screening. Im Rahmen dieser Untersuchung schlafen Sie wie gewohnt zu Hause, während entscheidende Parameter wie Sauerstoffsättigung, Atemanstrengung der Brust und Bauchmuskulatur sowie Atemfluss und Schnarchereignisse aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden. Ein solches Screening führt u.a. die Pneumologische Gemeinschaftspraxis der Kollegen Dres. Blum, Butsch-von der Heydt, Kehm durch:

www.lungenarztpraxis-hoerde.de

Im Falle eines krankhaften Schlafapnoe-Index (mindestens 10 Apnoephasen über 10 Sekunden) wird ggf. eine weitere Untersuchung im Schlaflabor erforderlich.

Eine Schlafmessung im Schlaflabor

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