Tagesmüdigkeit

Ursachenerkennung im Schlaflabor

Zur Abklärung der Ursachen übersteigerter Tagesmüdigkeit und zur Einschätzung des Schweregrades der Tagesmüdigkeit kommen nach ausführlichen Vorgesprächen im Schlaflabor in der Regel folgende Untersuchungsmethoden zum Einsatz:

Polysomnographie

Mittels der so genannten „Polysomnographie“ wird Ihre persönliche Schlafqualität und –struktur auf mehrfacher Ebene erfasst. Die Polysomnographie dient u.a. der Messung Ihrer Atmungs- und Hirnaktivität, Ihrer Motorik und der Überprüfung Ihres Herz-Kreislaufsystems im Schlaf. Dank dieser Methode kann kontrolliert werden, ob Ihre Tagesmüdigkeit aus einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung resultiert und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden sollte.

Multipler Schlaflatenztest (MSLT)

Dies ist der wichtigste medizinische Test zur Feststellung ob wichtige Hirnfunktionen zur Sicherstellung einer normalen Wachheit am Tage bereits gestört sind. Er wurde in den 80ger Jahren von dem Mentor von Dr. Stoohs und seiner Nichte (William C. Dement und Mary Caskardon) an der Stanford Universität entwickelt. Die Somnolab Schlaflabore haben diese wichtige Untersuchungsmethode in ihre Untersuchungsroutine integriert. Viele Schlaflabore führen diesen Test nicht durch, da sie dazu nicht die organisatorischen Voraussetzungen besitzen.

Bei diesem Test werden die Patienten und Patientinnen gebeten, über den Tag verteilt zu verschiedenen Zeitpunkten so schnell wie möglich einzuschlafen. Unter gleichzeitiger Messung der Hirnströme kann mit Hilfe des MSLT genau festgestellt werden, wie schnell die Patienten und Patientinnen zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich eingeschlafen sind.   

diagramm_tagesmuedigkeitDas rechte Bild zeigt fünf dieser MSLT bei einem Probanden an fünf verschiedenen Tagen mit unterschiedlicher Schlafdauer. Auf der Vertikalachse ist die Zeit angegeben, die der Patient brauchte, um einzuschlafen. Auf der Horizontalachse sehen Sie die Tageszeit, zu der der Patient gebeten wurde, zu schlafen. Links der fünf Kurven kann die Anzahl der Stunden abgelesen werden, die der Proband in der Nacht vor dem jeweiligen Test geschlafen hat.
Deutlich ist zu erkennen, dass sich bei einer Schlafdauer von weniger als sieben Stunden in der Nacht die Einschlafgeschwindigkeit am Tage erhöht (gelbe Kurven).

Mehrfach-Wachhalte-Test (MWT)

In einigen Fällen (z.B. bei Berufskraftfahrern, und das entscheidet der Schlafmediziner) empfiehlt sich als ergänzende Untersuchung der so genannte Maintenance of Wakefulness- Test (MWT). Bei diesem „Mehrfach-Wachhalte-Test“ werden Sie – ausgestattet mit Elektroden und Sensoren – vier- bis fünfmal mal tagsüber gebeten, im Abstand von 2 Stunden in einem abgedunkelten Raum bequem Platz zu nehmen. Ihre Aufgabe besteht darin, während der nachfolgenden 40 Minuten nach Möglichkeit nicht einzuschlafen. Sollten Sie dennoch einschlafen, ist davon auszugehen, dass Sie sich auch in anderen, vergleichbar reizarmen Situationen nicht wachhalten können.

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Diese Seite wurde aktualisiert am 27. Januar 2014 um 13:04 Uhr.