Kinderschlaf

Schlafstörungen bei Kindern

Etwa 5 % aller Kinder haben Ein- oder Durchschlafstörungen. Auffälliger sind meist Probleme wie Schlafwandeln, Albträume und Einnässen. Die meisten Störungen verschwinden im Alter von ca. sieben Jahren. Bleiben sie darüberhinaus bestehen, so sollten sie Anlass zu erhöhter Aufmerksamkeit geben.

Schnarchen bei Kindern

Mehr als 5 % aller Kinder schnarchen. Die wenigsten  wissen jedoch, dass Schnarchen im Kindesalter nicht mit dem Schnarchen des Erwachsenenalters vergleichbar ist. Schnarchen bei Kindern ist immer pathologisch.

somnolab_folder_kinderschlaf_web

Infofolder: Das schnarchende Kind
Entwicklungsstörungen rechtzeitig vorbeugen
Download PDF

Ursachen und Auswirkungen des Schnarchens

Häufig sind vergrösserte Polypen und Rachenmandeln für das Schnarchen verantwortlich. Diese Kinder atmen zunehmend durch den Mund. Nachts schnarchen sie. Diese Umleitung der Atmung durch den Mund hat gravierende Konsequenzen für die Entwicklung des Mittelgesichtes, der Zunge und der Mundhöhle.

Das Mittelgesicht erhält durch das Schnarchen einen veränderten Wachstumsstimulus: Die knöchernen Naseneingänge verengen, die Mundhöhle wird schmal und die Zunge schlaff. Diese Veränderungen führen dazu, dass die Kinder ein hohes Risiko entwickeln, als Erwachsene an Schlafapnoe zu erkranken.

Im Alter von 17 Jahren ist die knöcherne Entwicklung des Schädels und Mittelgesichtes  abgeschlossen. Daher ist es wichtig, schnarchende Kinder so früh wie möglich von einem Schlafmediziner untersuchen zu lassen.

Auswirkungen auf den Alltag der Kinder

  • Schnarchende Kinder sind häufig in ihrer Entwicklung beeinträchtigt.
  • Sie können untergewichtig sein, da die erschwerte  Atmung während der Nacht viel Energie kostet.
  • Der Tiefschlaf des Kindes gestört und so weniger Wachstumshormon gebildet. Außerdem führt der gestörte Schlaf zu Müdigkeit am Tag, die häufig von einer motorische  Hyperaktivität begleitet wird.
  • Sie werden oft als Störenfriede wahrgenommen und haben Konzentrationsstörungen.
  • Ihre schulischen Leistungen können darunter leiden.

Schlafapnoe bei Kindern

Weniger häufig findet man bei Kindern ein bereits voll ausgeprägtes Schlafapnoesyndrom. Dies betrifft  meist stark übergewichtige Kinder, doch auch normal- oder untergewichtige Kinder können an einem Schlafapnoesyndrom leiden. Das macht sich neben dem Schnarchen durch Atemaussetzern im Schlaf bemerkbar.

Untersuchungen beim Schlafmediziner

Start der Untersuchung ist die Befragung der Eltern zum Schlafverhalten, der Entwicklung und dem sozialen Verhalten des Sprösslings. Darauf folgt eine eingehende Beurteilung des körperlichen Entwicklung und der Atmungswege. Danach kann beurteilt werden, ob der Besuch bei einem HNO Arzt notwendig ist.

Im Schlaflabor werden der Schweregrad der Atmungsbehinderung und die daraus resultierende Störung des  Schlafes festgestellt.
Je nach Alter des Kindes sollte ein Elternteil mit im Untersuchungszimmer übernachten.

Behandlung

Abhängig von den Ergebnissen der Untersuchung im Schlaflabor kann die Entfernung der Mandeln oder Polypen notwendig sein. Bei einem Drittel der operierten Kinder sind weitere Maßnahmen notwendig. Nach dem operativen Eingriff sollte daher eine Kontrolluntersuchung im Schlaflaborerfolgen. So kann fundiert festgestellt  werden, ob die Störung des Schlafes behoben wurde.

Alarmzeichen und Tipps für Eltern

  • Schnarchen
    Schnarchen bei Kindern ist immer ein Alarmsignal.
  • Schlafposition
    Kinder, die schnarchen oder Atemaussetzer haben, überstrecken ihren Kopf im Schlaf, um mehr Luft zu  bekommen. Sie schlafen unruhig.
  • Entwicklung
    Kinder die schnarchen, entwickeln sich ungünstig. Sie können untergewichtig sein und tagsüber müde oder hyperaktiv.
  • Mundatmung
    Achten Sie auf Mundatmung. Wenn Kinder durch den Mund atmen, sind ihre Nasengänge eingeengt oder durch Polypen verkleinert.
  • Keine Angst vor einer Mandelentfernung
    Die Mandeln sind nicht lebensnotwendig – auch nicht für Kinder. Vergrösserte Mandeln bei einem schnarchenden Kind sollten operiert werden.

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Bis heute arbeiten unzählige Schlafforscher fieberhaft an der Ursachenerforschung des so genannten „plötzlichen Kindstodes“ (Sudden Infant Death Syndrome, kurz: SIDS). Dennoch konnte die eigentliche Ursache bislang nicht hinreichend geklärt werden.
Eltern, deren Kinder ein erhöhtes Risiko für SIDS tragen, kann daher nur empfohlen werden, Alarmgeräte in den Kinderzimmern zu installieren. Sie können helfen, die lebensbedrohliche Situation zu erkennen und rechtzeitig einzuschreiten.

zum Kinderschlaflabor


Diese Seite wurde aktualisiert am 19. Januar 2017 um 14:46 Uhr.