Operative Therapie

Die operative Behandlung von Schnarchen und Atemstillständen hat eine lange Tradition. Ebensolang gibt es bis heute Stimmen, die aus verschiedenen Gründen dieser Behandlungsform kritisch gegenüberstehen. Kürzlich wurde in der mediznischen Fachzeitschrift SLEEP eine neue Richtlinie zur Durchführung von Operationen für das Schlafapnoesyndrom veröffentlicht. Grundlage daür war eine umfangreiche Analyse von Studien, die den Operationserfolg untersucht haben. Danach kommt es im Durchschnitt nur zu einer 30% igen Verbesserung. Dabei war es fast unerheblich, welche Operationsmethode angewendet wurde. Die einzige Ausnahme bildeten die Osteotomien. Diese Ergebnisse bewogen die Wissenschaftler von dieser Behandlungsmethode abzuraten und sie nur unter ganz bestimmten Umständen zu empfehlen. somnolab hat ein Berechnungsmodell entwickelt, mit dem ein Operationserfolg besser vorhergesagt werden kann.

Wenn Sie beabsichtigen, sich operieren zu lassen, könnnen wir Ihnen helfen herauszufinden, ob bei Ihnen die Heilungschancen besser als 30% sind. Denn die 30%ige Wahrscheinlichkeit ist nur ein Mittelwert, der dadurch zustande kommt, dass höhere und niedrigere Erfolge gemittelt wurden.

Dennoch, seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen eine Heilungschance in Aussicht gestellt wird, die höher als 30% beträgt. Entweder besteht dann eine Unkenntnis der wissenschaftlichen Literatur oder ein bewusstes Verschweigen dieser Erkenntnisse.

Bei allen operativen Methoden gilt: Sie sollten nur zur Anwendung kommen, wenn ein Behandlungsversuch mit CPAP fehlgeschlagen ist.

Welche dieser Behandlungsmethoden sinnvoll angewendet werden sollte, hängt von Ihren individuellen Umständen ab. Sollten Sie also nicht mit CPAP zurecht kommen, werden wir Sie bei der Auswahl und Durchführung der für Sie geeigneten “anderen” Behandlungsmethode professionell begleiten.


Operativ-stationäre Therapie: UPPP

Soviel sei vorweggenommen: Dieses Therapieangebot, das sich hinter diesem mysteriösen Kürzel verbirgt, wirkt nicht bei allen Betroffenen. Trotzdem kann sie sowohl bei Schnarchen als auch bei leichten Formen der Schlafapnoe ausgesprochen hilfreich sein. Für Patient/innen mit mehr als 15 Atemstillständen (Apnoe-/Hypopnoeindex) pro Stunde Schlaf ist die UPPP nicht zu empfehlen.

illustration_UPPP_vorher

Vorher

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Nachher

  • Das Ziel
    Operative Beseitigung von Engpässen
. Mittels UPPP (Uvulopalatopharyngo-Plastik) sollen durch die operative Entfernung von Weichteilgewebe im Nasen-Rachen-Raum Engpässe gemildert werden, die Schnarchen und Schlafapnoe fördern können. Abgetragen werden dabei zumeist Teile des Gaumensegels und des weichen Gaumens, ggf. auch der Mandeln (bei MLS). Bei der UPPP wird das Gewebe unter Vollnarkose im Krankenhaus entfernt.
  • Wirksamkeit

    UPPP vermindert in vielen Fällen das Schnarchen. Eine Schlafapnoe wird laut mehrerer Studien dagegen nur um rund 33% im Vergleich zum Vorbefund der Patient/innen gemindert*. In jedem Falle ist es ratsam, sich vor der Operation gründlich von einem Schlafmediziner untersuchen zu lassen. Sollten nach dieser Untersuchung keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen operativen Eingriff vorliegen, empfehlen wir trotzdem dringend, ca. 4 bis 6 Wochen nach der Operation nochmals eine Kontrollnacht im Schlaflabor zu verbringen. Viele Patient/innen fühlen sich nämlich nach der OP subjektiv besser. Doch ob der chirurgische Eingriff tatsächlich erfolgreich war und somit die gefürchteten Folgeschäden der Schlafapnoe künftig sicher ausgeschlossen werden können, ist nur anhand einer erneuten Messung objektiv zu überprüfen. Sollte die OP keine Verbesserung der Beschwerden und des objektiven Befundes bewirkt haben, muss eine zusätzliche Behandlung (meistens mit CPAP/BiPAP) eingeleitet werden.
  • Nebenwirkungen/Komplikationen

    Bei der UPPP kann es in seltenen Fällen zu unerwarteten Komplikationen kommen. Mitunter ist ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig. Grundsätzlich müssen sich die Patient/innen auf starke postoperative Schmerzen (ca. zwei Tage nach der OP einsetzend) einstellen, die bis zu 14 Tage anhalten können. Auch wurde in wenigen Einzelfällen über eine nasale Sprache oder willkürliches Rückströmen von Flüssigkeiten beim Schlucken und Trinken berichtet.




* Sean M. Caples, DO; James A. Rowley, MD; Jeffrey R. Prinsell, DMD, MD; John F. Pallanch, MD; Mohamed B. Elamin, MBBS; Sheri G. Katz, DDS; John D. Harwick, MD. Surgical Modifications of the Upper Airway for Obstructive Sleep Apnea in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis. SLEEP 2010;33(10):1396-1407


Operativ-ambulante Therapie: RFA, RAUP, RFT, RFIT

Auch bei dieser, RAUP (Radiofrequenz assistierte Uvuloplastik) genannten Methode werden Radiofrequenzwellen zur Bekämfung des Schnarchens eingesetzt.

  • Behandlungsort
    Weicher Gaumen, Gaumenmandeln, Zungengrund
  • Wirksamkeit und Nebenwirkungen
    34%ige Reduktion des Schweregrades (AHI). *
    Der Behandlungserfolg der RAUP ist durchaus mit dem der UPPP vergleichbar. Allerdings kann die RAUP ambulant durchgeführt werden. Zudem wird sie in der Regel seltener von Nebenwirkungen und geringeren Schmerzen begleitet.

* Sean M. Caples, DO; James A. Rowley, MD; Jeffrey R. Prinsell, DMD, MD; John F. Pallanch, MD; Mohamed B. Elamin, MBBS; Sheri G. Katz, DDS; John D. Harwick, MD. Surgical Modifications of the Upper Airway for Obstructive Sleep Apnea in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis. SLEEP 2010;33(10):1396-1407


Operativ ambulante Therapie: Multi-Level Therapie (MLT, MLS)

Bei dieser Methode werden verschiedene Operationsgebiete und Operationsmethoden kombiniert eingesetzt. Dieses Vorgehen verhindert eine effektive Metaanalyse der Wirksamkeit dieses operativen Vorgehens.

  • Behandlungsort
    Weicher Gaumen, Gaumenmandeln, Zungengrund
  • Operative Methode
    Kombination von UPPP, RFA, M. Genioglossus Vorverlagerung, Hyoid Suspension
  • Wirksamkeit und Nebenwirkungen
    Unterschiedlich, je nach Kombinationen
    50%ige Reduktion des Schweregrades (AHI). *
    Der Behandlungserfolg war nach verschiedenen Studien maßgeblich von der Durchführung einer Hyoidsuspension abhängig. 

* Sean M. Caples, DO; James A. Rowley, MD; Jeffrey R. Prinsell, DMD, MD; John F. Pallanch, MD; Mohamed B. Elamin, MBBS; Sheri G. Katz, DDS; John D. Harwick, MD. Surgical Modifications of the Upper Airway for Obstructive Sleep Apnea in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis. SLEEP 2010;33(10):1396-1407


Forschung Neurostimulation – Zungenschrittmacher

Bei der Neurostimulation wird ein Schrittmacher implantiert, der den Zungenmuskel während des Schlafes in Abhängigkeit von der Einatmung nach vorne bewegt und so die Atemwege öffnet. Diese Behandlungsmethode wird zur Zeit wissenschaftlich untersucht, die derzeit vorliegenden Ergebnisse sind vielversprechend.

Wir sind eines der wenigen Schlaflabore, die diese Behandlungsmethode (in Kooperation mit dem Alfried Krupp Krankenhaus) anbieten kann.

Sprechen Sie uns an, falls Sie mit Ihrer CPAP Therapie nicht zurecht kommen.


Berechnung eines möglichen Operationserfolges für Schlafapnoe

Wir können Ihre individuelle Wahrscheinlichkeit berechnen, dass eine Operation Ihre Schlafapnoe heilen kann. Dafür sind allerdings Voraussetzungen zu erfüllen:

Sie haben detaillierte Ergebnisse einer Untersuchung im Schaflabor. Die Untersuchung wurde nach den geltenen AASM (American Academy of Sleep Medicine) Kriterien durchgeführt und manuell ausgewertet.


Diese Seite wurde aktualisiert am 31. Januar 2014 um 10:42 Uhr.